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Niedersinken – Ruhe trinken
11/2011 Lichtobjekt, Holz, handgeschöpftes Bütten, Kohle, Pigmente, Wachs, Licht, ca. 80 x 33 x 20 cm

Text auf den Bütten:


Auf Flügeln des Gesanges,
Herzliebchen, trag ich dich fort,
Fort nach den Fluren des Ganges,
Dort weiß ich den schönsten Ort.

Dort liegt ein rotblühender Garten
Im stillen Mondenschein;
Die Lotosblumen erwarten
Ihr trautes Schwesterlein.

Die Veilchen kichern und kosen,
Und schaun nach den Sternen empor;
Heimlich erzählen die Rosen
Sich duftende Märchen ins Ohr.

Es hüpfen herbei und lauschen
Die frommen, klugen Gazelln:
Und in der Ferne rauschen
Des heiligen Stromes Welln.

Dort wollen wir niedersinken
Unter dem Palmenbaum,
Und Liebe und Ruhe trinken,
Und träumen seligen Traum.

Heine, Heinrich

Blumen auf den Weg gestreut · Gedichte, herausgegeben von Heinke Wunderlich, Phillipp Reclam jun. Stuttgart, 1993, 2003  S. 164

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Liebe & Weisheit | Alles & Nichts
10/2010 Pigmente auf Holz, handgeschöpftes Bütten, Kohle, Wachs70 x 50 x 10 cm

Text auf dem Gelb:Die Liebe sagt, „ich bin alles“

Text auf dem Blau:Die Weisheit sagt, „ich bin nichts“

Text auf den Bütten:
Schauen Sie her, mein Daumen berührt den Zeigefinger. Beide berühren den anderen Finger und werden von ihm berührt. Wenn meine Aufmerksamkeit auf dem Daumen ist, ist der Daumen der Fühlende und der Zeigefinger das Selbst. Richten Sie die Aufmerksamkeit auf den Zeigefinger und die Verhältnisse stellen sich auf den Kopf. Irgendwie habe ich festgestellt, daß ich durch die Veränderung meiner Aufmerksamkeit die Sache geworden bin, die ich anschaue und deren Bewusstsein erfahre. Ich werde zum inneren Beobachter dieser Sache. Ich nenne diese Fähigkeiten, andere Hüllen des Bewusstseins zu betreten, Liebe. Sie können es nennen, wie Sie wollen. Die Liebe sagt, „ich bin alles“. Die Weisheit sagt, „ich bin nichts“. Zwischen diesen beiden fließt mein Leben. Da ich zu jeder Zeit und an jedem Ort das Subjekt so wie das Objekt der Erfahrung sein kann, drücke ich es dadurch aus, dass ich sage, ich bin beides und keines von beiden und jenseits von beiden.
(Sri Nisargadatta Maharaj, Seite 138, aus: ICH BIN · Teil 1, Gespräche mit Sri Nisagadatte Maharaj · Auszüge aus I AM THAT (Originaltitel))

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Podia
7/2010 ObjektHolz, handgeschöpftes Bütten, Kohle, Pigmente, WachsCa. 100 x 170 x 24 cm

Text auf den Bütten:
Die allgemeine Erklärung der Menschenrechte

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Les Fleurs du Mal | Die Blumen des Bösen
4/2010 ObjektHolz, handgeschöpftes Bütten, Kohle, Pigmente, Wachs, Lampe ca. 110 x 50 x 30 cm

Text auf den Bütten:
Verdammte Frauen.
Gleich stummen Herden sich im Sande lagernd, wenden
Sie ihre Augen nach dem Horizont der See.
In ihren Füßen, die sich suchen, ihren Händen,
Bebt sehnsuchtsbanger Wunsch und fröstelnd-herbes Weh.

Die einen, trunken von gehauchten Traulichkeiten,
Gehn an den Bächen hin, die lallen durch den Hain,
Und stammeln bang die Glut der scheuen Kinderzeiten
Und ritzen Namen in die jungen Bäume ein.

Und andre, Schwestern gleich, durchwandern ernst und schweigend
Die Felsenküste, die Gesichte läßt erstehn.
Wo Sankt Antonius, wie Lavafluten steigend,
Die nackten Brüste der Versuchung einst gesehn.

Und andre, die im Schein verglommner Fackeln weilen,
In heidnischen Gewölbs verschwiegner Dunkelheit,
Flehn deine Hilfe an, ihr Fieberweh zu heilen,
O Bacchus, der der Qual Vergessenheit verleiht.

Noch andre, deren Brust bedeckt vom Skapuliere,
Die eine Geißel in dem faltgen Kleid versteckt,
Vereinen in der Nacht der öden Waldreviere
Den Rausch der wilden Lust der Pein, die Tränen weckt.

Dämonen, Jungfraun ihr, Untiere, Dulderinnen,
Erhabne Geister, die die Wirklichkeit verschmähn,
Die – lüstern oder fromm – auf Unbegrenztes sinnen,
Die bald verzweifelt schrein, in Tränen bald zergehn,

Ihr, denen ich ins Graun der Hölle nachgegangen,
Ich liebe, Schwestern, euch und klage euer Los,
Um euer finster Leid und ungestillt Verlangen,
Um das Gedächtnis an die Glut, so tief und groß.

Quelle: Baudelaire, Charles: Blumen des Bösen. Leipzig 1907, S. 125-127.


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4 SUNS
12/2009 Wandobjekt bestehend aus vier Sonnen, Holz, Pigmente, Kohle, handgeschöpftes Bütten, Wachs, ca. 70 cm x 160 cm x 20 cm

Text auf den Bütten:

1. Krishnamurti sun
Die ganze Menschheit hat am Licht der Sonne teil; das Sonnenlicht ist nicht Dein oder Mein. Es ist die Leben spendende Energie, die wir alle miteinander teilen Die Schönheit eines Sonnenuntergangs, wenn man dafür empfänglich ist, ist für alle Menschen da. (Krishnamurti)

2. Upanischaden sun
Das Universum ist die Energie der Seele; und aus dieser Energie entstehen Leben, Bewußtsein und die Elemente. Das Universum ist der Wille der Seele, und aus diesem Willen stammt das Gesetz von Ursache und Wirkung. Aus der Seele wurde das Eine zu vielem, aber in der Seele ist das Viele eins. (aus den Upanischaden)

3. Swami Vivekananda sun
Durch dich scheint die Sonne und lassen die Sterne ihren Glanz erstrahlen, und die Erde wird schön. Durch dein gesegnetes Sein lieben sie sich alle und werden voneinander angezogen. Du bist in allem und alles ist in dir. (Swami Vivekananda)

4. Bhagavadgita sun
In dieser Welt gibt es zwei Arten von Wesen: die vergänglichen und die unvergänglichen. Das Vergängliche ist alles Sichtbare. Das Unvergängliche ist die unsichtbare Substanz in allem, das sichtbar ist. (aus der Bhagavadgita)

Texte aus: „Die Weisheit Indiens Tag für Tag“ Danielle und Oliver Föllmi, Knesebeck


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STERNENHAUFEN
9/2009 Objekt, 27 handgeschöpfte Bütten zu Messier 71, Position 19h 53m 46s, Kohle, Wachs, Sisal und Holz, ca. 60 x 120 cm

Die Arbeit entstand während bzw. inspiriert durch das Projekt "Temporäres Atelier für Durchmusterungen", 21.8. bis 23.08.2009, Sternwarte Hoher List